#46: Drei Arten, Alaska zu erleben
Alaska ist ein Outdoor-Paradies. Hier kann man sich die Füsse wund wandern, endlos durch Fluss- und Seensysteme paddeln und eine Vielfalt an Wildtieren in freier Wildbahn beobachten. Auf zwei Erlebnisse haben wir uns ganz besonders gefreut: eine Eisklettertour sowie einen Rundflug um den Denali, den höchsten Berg Nordamerikas.
Die Komfortzone erweitern…
Voller Vorfreude und gleichzeitig ein wenig aufgeregt treffen wir bei der Basis ein, wo wir freundlich empfangen werden. Nachdem der Papierkram (Haftungsausschluss lässt grüssen) erledigt ist, werden wir im «Geräteschuppen» mit der passenden Ausrüstung eingedeckt. Wir bekommen Schuhe, Steigeisen, Eispickel, Klettergurt, Gummihandschuhe, Helm und einen grossen Rucksack, wo wir alles drin verstauen können. Es kann losgehen!
Per Auto rumpeln wir zuerst die unebene Schotterstrasse bis zum Gletscher hinunter. Hier schultern wir unsere Rucksäcke und bestaunen die Gletscherkante, die sich im spiegelglatten Gletschersee spiegelt. Bis zu unserem Klettergebiet ist es noch ein weiter Weg. Wir überqueren ein paar schwimmende Brücken und laufen dann etwa eine Stunde lang über Schutt und Geröll der Gletschermoräne entlang bis wir schliesslich unsere Steigeisen montieren und auf Eis weitergehen. Unser Guide schlägt ein straffes Tempo ein, viel Zeit zum Stehenbleiben und sich umschauen bleibt nicht. Der Fokus ist klar: möglichst viel Zeit zum Klettern haben. Ein guter Plan, denn später bleibt noch genügend Zeit, um die Umgebung aus Schnee und Eis auszukundschaften, da jeweils nur eine Person am Klettern ist, während die übrigen drei «Pause» haben.
An einer Übungswand trainieren wir die Grundtechniken und merken schnell: Das wird ein Ganzkörpertraining. Müde Glieder und Muskelkater sind vorprogrammiert. Ebenfalls schnell draussen haben wir, dass wir unsere Tritte mit den Eiskrallen und die Schläge mit den Eispickeln besser einmal kräftig und präzise ausüben, anstatt mehrmals «nachzupickeln». Denn genau dies zehrt extrem an den Kräften. Viel wichtiger ist aber die Erkenntnis, dass es uns jetzt schon unglaublich viel Spass macht: Wir sind mitten auf einem Gletscher (mal wieder bei Prachtwetter), wir können etwas komplett Neues ausprobieren und unsere Grenzen neu ausloten.
Wir drei Frauen lassen Basil den Vortritt. Sein Klettergurt wird mit dem Seil verbunden und schon kann es losgehen. Als hätte er nie was anderes gemacht, klettert Basil in Windeseile die Wand hoch. Oben angekommen, kann er kurz verschnaufen, zu uns runterwinken und sich dann von unserem Guide abseilen lassen. Locker «hüpft» er die Wand runter, stösst sich mit den Beinen immer wieder von der Wand ab – keine Spur von Angst oder Unbehagen. Im Gegenteil – er scheint das Auspowern an der Wand richtig zu geniessen. Wir Zuschauerinnen ahnen, dass es für uns wahrscheinlich nicht so ein Kinderspiel werden wird…
Michelle ist dennoch positiv überrascht, wie einfach ihr das Hochklettern fällt. Sie weiss aber schon von Anfang an, welcher Teil des Eiskletterns ihr am meisten Mühe bereiten wird: sich rückwärts abseilen lassen und sich dabei voll und ganz auf die Sicherung einer fremden Person verlassen zu müssen. Das findet sie so gar nicht lässig und muss sich ziemlich überwinden. Doch auch sie kommt – natürlich – heil und unversehrt wieder unten.
Der zweite Klettergang ist bereits eine Stufe schwieriger: Wir werden zuerst in eine Gletscherspalte abgeseilt, die wir – leicht nach rechts traversierend – queren müssen. Basil macht es wieder vor, pendelt freudig in den Canyon runter und klettert danach wie ein Wiesel wieder zu uns hoch. Michelle hat dieses Mal ihren schwierigen Part – das Abseilen – zuerst hinter sich zu bringen und ist umso erleichterter, als sie «nur» noch hochklettern muss.
Die Wartepausen, die wir gezwungenermassen immer wieder bekommen, sind keineswegs langweilig – im Gegenteil: Sie sind sinnvoll und unterhaltsam zugleich. Nicht nur dankt es uns unser Körper, der sich an die kickenden und hämmernden Bewegungen nicht gewohnt ist, sie bieten auch die Möglichkeit, die Umgebung zu bewundern und die anderen anzufeuern. Eine Gruppe Neulinge beim Eisklettern zu beobachten, hat durchaus ihren eigenen Nervenkitzel – auch wenn wir uns in unseren Augen alle recht gut angestellt haben :-)
Die dritte Wand hat es in sich. Wieder geht es zuerst in die Tiefe, doch hier ist die Eisbeschaffenheit plötzlich ganz anders. Während es bei den ersten beiden Wänden das Eis gut mit uns gemeint hat und sich Pickel und Steigeisen relativ leicht verankern liessen, merken wir hier, das Eis eben nicht gleich Eis ist. Häufig sitzen die Schläge nicht richtig fest, sodass wir bei fast jedem Schritt nachkicken oder «nachpickeln» müssen. Das ist extrem anstrengend und so sind wir froh, als wir wieder oben ankommen und uns über die Kante «in Sicherheit» hieven können.
Zufrieden, stolz und müde machen wir uns auf den Rückweg. Bei einem leckeren Weidenröschen-Honig-Glacé lassen wir den Tag bei einem Schwatz mit unseren beiden Mitkletterinnen ausklingen. Weitere Bilder von unserem Eiskletter-Erlebnis findest du hier.
«High»
Im touristisch geprägten Talkeetna buchen wir einen Rundflug um den Denali. Etwas, was wir seit unserem letzten Aufenthalt in Alaska vor über 10 Jahren unbedingt erleben möchten. Da Rundflüge immer recht teuer sind, versuchen wir sie bei möglichst optimalen Bedingungen zu machen. Lieber verzichten wir, als für viel Geld über eine Nebeldecke und durch Wolken zu fliegen, nicht viel zu sehen und womöglich ganz schön durchgeschüttelt zu werden. Es verspricht jedoch, ein perfekter Tag zu werden. Obwohl wir in der Hochsaison unterwegs sind, ist es problemlos möglich, erst am Vortag einen Flug zu buchen. Pro Tag werden so viele Flüge angeboten – unterschiedliche Routen, verschiedene Längen, mit oder ohne Gletscherlandung –, dass man fast immer einen Platz findet. Besonders beliebt sind die Flüge mit Gletscherlandung, wofür man immer einen saftigen Aufpreis bezahlt. Uns reicht ein «normaler» Rundflug.
Am Morgen können wir in wenigen Minuten zu Fuss von unserem Campingplatz zur Flugzeugbasis gehen. Dort herrscht bereits reger Betrieb: Leute werden fortwährend eingecheckt und gewogen, jede/r huscht noch rasch durch den Souvenir-Laden, auch die Toilette wird sicherheitshalber nochmals aufgesucht, auf den Sitzmöglichkeiten lümmeln Gross und Klein und warten auf den Start ihres Abenteuers. Immer wieder werden grüppchenweise Namen ausgerufen, worauf die Müllers, Hubers und Meiers kurz darauf mit ihrem Piloten nach draussen verschwinden. Irgendwann sind wir an der Reihe. Unsere Gruppe ist sehr überschaubar: zwei Freunde aus Westkanada, wir beide und der Pilot. Auf Rundflügen werfen wir jeweils einen genaueren Blick auf die Mitreisenden: sehen sie aus, als wären sie routinierte Flieger mit stabilem Magen oder falls nicht, waren sie clever genug, eine Pille gegen Reiseübelkeit genommen zu haben? Die beiden Kanadier machen einen robusten Eindruck und erzählen auch, dass sie nicht zum ersten Mal mit einem Kleinflugzeug unterwegs sind. Die Piloten sind in der Regel sehr seriös und müssen nicht näher in Augenschein genommen werden. Nicht so dieses Mal. Kurz haben wir uns überlegt, ob wir mit dem Typen wirklich losfliegen sollen. Meilenweit entfernt von seriös und vertrauenswürdig. Von seiner Kleidung – als wäre er direkt aus dem Busch gekommen – lassen wir uns nicht täuschen. Das ist einfach Alaska. Was uns hingegen beunruhigt ist sein Gesamtzustand: Er scheint gerade eben erst aufgewacht zu sein, noch verkatert oder zugedröhnt von einer langen Nacht. So ganz auf der Höhe wirkt er jedenfalls nicht. Die Haare stehen ihm wild vom Kopf ab. Er wirkt, als wüsste er selbst nicht so recht, was er uns sagen soll. Ziemlich bedächtig (oder eher: verlangsamt) beginnt er dann: «Hiiier würde man die Türe in einem Notfall öffnen… So funktioniert der Gurt… Ah ja, hier sind noch eure Headsets…» Er fährt sich durchs strubbelige Haar und meint: «Hm, hab ich noch was vergessen? Ach: das sind die Kotztüten. Wenn ihr sie benutzen müsst, dann behaltet sie bei euch und nehmt sie am Schluss mit. Guuut?»
Allzu viel erwarten wir von ihm nicht. Er soll uns einfach heil wieder runterbringen. Es ist okay, wenn er sich bloss aufs Fliegen konzentriert und uns nicht noch mit einem durchgängigen Live-Kommentar beglückt. Wir beruhigen uns damit, dass er diese Route vermutlich schon hundertfach geflogen ist. Wie auch beim Eisklettern geben wir also die Kontrolle ab. Kurz darauf sind wir in der Luft, der Start hat schon mal einwandfrei geklappt. Der Kanadier, der auf dem Co-Piloten-Sitz Platz nehmen durfte, fragt – sicher nicht ganz ohne Hintergedanken – ob er denn schon lange Pilot sei und diese Route schon oft geflogen habe. Der Pilot bestätigt, dass er schon einige Jahre fliegt und diese Route bestens kennt. Das Wetter scheint uns keine Schwierigkeiten zu machen, für ihn also ein Kinderspiel. Während des gesamten Flugs ruckelt das Flugzeug kein einziges Mal. Besonders lehrreich ist der Flug nicht, aber wie gesagt – wir sind zufrieden, solange alles glatt läuft. Schon bald vergessen wir den Piloten komplett. Wir erreichen schnell die Berge und sind von einer imposanten Bergwelt umgeben. Manche Bergflanken so steil, dass kein Schnee an ihnen haften bleibt. Nur eine dünne Reifschicht überzieht sie nach einer kalten Nacht. Andere wiederum sind von einer dicken Schneeschicht überzogen. Gigantische Gletscher bahnen sich einen Weg durch die Täler oder hängen oben in den Gipfeln und überziehen teilweise ganze Berghänge. Licht und Schatten hinterlassen ein faszinierendes Spiel. Schnee- und Eisformationen bilden abstrakte Gemälde. Teilweise fliegen wir so tief, dass wir zwischen den Bergen hindurchfliegen und die Gipfel über uns in den Himmel ragen. Wir wissen nicht, wo wir hinschauen sollen. Michelle hat den Platz ganz hinten – auf einer 1½er-Sitzbank erhalten. Sie kann das Panorama sogar aus beiden Fenstern bestaunen, immer wieder wechselt sie von einem Fenster zum anderen. Der Flug ist absolut spektakulär!
Als wir auf die «Rückseite» des Denalis kommen, sehen wir, wie das saftige Grün bis an eine imaginäre Linie herankommt und dort ein fast schon abrupter Wechsel in eine Welt aus Eis und Schnee stattfindet. Wir können uns kaum sattsehen. Stundenlang hätten wir noch um den Denali kreisen können. Irgendwann kommen wir wieder aus der Gletscherwelt heraus, die Berge werden etwas sanfter, der Schnee weicht grünen Wiesen. Sicher bringt uns der Pilot wieder zurück auf den Boden – wir sind noch immer sprachlos von den Eindrücken und gleichzeitig erleichtert, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Dieser Rundflug wird zu einem unserer Top-Highlights der gesamten Reise! Wir würden ihn jederzeit wieder machen – aber zu einem nüchternen Piloten würden wir definitiv nicht Nein sagen :-) Hier geht es zur Fotogalerie.
Im Schulbus durch den Nationalpark
Den Denali National Park möchten wir natürlich auch noch «vom Boden aus» erkunden. Es gibt genau eine Strasse, die in den rund 24'500 km2 grossen Park hineinführt. Man stelle sich das vor: eine einzige Strasse auf einer Fläche, die mehr als halb so gross wie die Schweiz ist! Diese Strasse ist knapp 150 km lang, aufgrund eines Erdrutsches vor ein paar Jahren ist sie jedoch zurzeit nur noch bis knapp zur Hälfte befahrbar. Zudem ist nur ein kurzer Abschnitt für Privatfahrzeuge geöffnet: Für Erkundungen, die weiter als die ersten 24 km in den Park hineinführen, muss auf das parkeigene Shuttlesystem zurückgegriffen werden. So buchen auch wir die beliebte «Tundra Wilderness»-Bustour, wo wir uns in gut fünf Stunden bis zum Erdrutsch und wieder zurück kutschieren lassen. Wir machen uns die langen Tage zunutze und wollen die Ruhe der frühen Morgenstunden geniessen. Um zehn vor Fünf stehen wir beim Treffpunkt – einem Hotel für Kreuzfahrttouristen – bereit. Wie gewünscht 15 bis 20 Minuten vor Abfahrt. Obwohl es noch so früh ist, ist bereits viel los. Was wir (und viele andere) nicht wissen: wir sind nicht auf dem ersten Bus, sondern erst auf dem zweiten oder gar dritten, da vorher noch «Kreuzfahrt-Busse» starten. Wir stehen somit ein paar Mal in der falschen Schlange. Tatsächlich kommt unser Bus dann wirklich erst genau um 5:10 Uhr an – die 20 Minuten früher und das Anstehen in den falschen Schlangen hätten wir uns sparen können.
Ein gutgelaunter Guide begrüsst uns an Bord seines alten Schulbusses und verteilt fleissig Lunchboxen, damit wir die fünf Stunden auch ja überstehen. Der Bus ist bis auf den letzten Platz besetzt. Gespannt machen wir uns mit unseren Mitreisenden – viele sind Kreuzfahrttouristen, die meisten sind über 65 Jahre alt – auf den Weg in den Park hinein. Der Guide warnt uns bereits vor: heute stehen die Chancen nicht gut, dass wir den Denali sehen werden. Nur etwa 10% der Besucher/innen kämen in den Genuss, den Denali «unverschleiert» zu sehen. Die meiste Zeit über sei er von einer Wolkenschicht umhüllt. Wir nehmen es gelassen, da wir den Denali am Vortag in seiner vollen Pracht haben bewundern dürfen. Im Morgengrauen fahren wir also durch den Park, leichte Nebelschwaden schweben dicht über dem Boden. Die Stimmung ist unglaublich schön und friedlich. Wir werden aufgefordert, aufmerksam nach Tieren Ausschau zu halten. Denn – und das ist ein riesiger Vorteil von Gruppentouren – 50 Augenpaare sehen nun mal mehr als nur zwei :-) Leider sei es aber auch so, dass keine Tiersichtungen garantiert werden können. Zwar leben hier im Park sehr viele Tiere, doch das Gebiet ist auch riesig. Wenn wir das Gefühl haben, etwas gesehen zu haben, sollen wir ungeniert «Stopp» rufen, die ungefähre Richtung und das zu sehen geglaubte Tier nennen. Auch wenn wir unsicher seien, sollen wir einfach Bescheid geben. Es sei völlig normal, dass sich ein vermeintliches Karibu als Busch – ein sogenannter «Caribush» – oder ein Bär als Felsbrocken entpuppt. Dank des guten Fernglases des Guides, dass an eine Kamera angeschlossen und direkt auf einen Bildschirm im Bus projiziert wird, kann die ganze Gruppe live mitverfolgen, was entdeckt wurde. Wir haben dann auch tatsächlich Glück: weit oben an einer Bergflanke entdeckt jemand eine Grizzly-Bärin mit zwei Jungen. Sie sind jedoch so weit entfernt, dass sie sogar auf dem Bildschirm nur als kleine Flecken zu erkennen sind. Diese erste Sichtung macht Hoffnung: die Tiere können sich also auch in Strassennähe aufhalten. Wach und mit neuem Eifer ist unsere Truppe nun wieder voll bei der Sache: nach ein paar «Caribushs» und «Felsenbären», bemerkt jemand ein echtes Karibu mit einem grossen Geweih. Später erblicken wir nochmals einen Grizzly-Bären. Dieses Mal weniger weit entfernt. Sein hellbraunes Fell leuchtet strahlend in der Morgensonne, während er gemächlich den Boden nach Beeren und Wurzeln absucht. Er lässt sich – und uns – Zeit. Zeit, um das altbekannte Spiel «Finde xy in der Landschaft» zu spielen. Ein Spiel, das sich besonders gut zu zweit spielen lässt, aufgeteilt in den geduldigen Erklärer: «Also, siehst du den Hügel dort drüben? Dort hat es doch etwa auf halber Höhe eine etwas dunklere Stelle. So ein bisschen halbmondförmig… Nein, du musst mehr rechts schauen… Eben, da ist doch diese dunklere halbmondförmige Stelle… Ein wenig dunklere Büsche oder so. Siehst du es?... Ja, genau! Und von dort schaust du jetzt diagonal leicht nach rechts oben. Dort steht der Bär. So hell, siehst du? Er schaut in unsere Richtung». Und den – häufig etwas ratlosen – Gegenspieler, der wohl nicht mal ein rotes Haus in einer sonst grünen Umgebung sehen würde: «Also hää? Wo muss ich hinschauen? Also ich sehe einen Berg und Himmel… Aber, also wo soll diese halbmondförmige Stelle sein?». Manchmal versucht dann noch ein weiterer geduldiger Erklärer, mit einer leicht anderen, vielleicht noch etwas präziseren Instruktion aufzutrumpfen. Wenn alles nichts nützt, kommt dann vom – irgendwann nicht mehr ganz so geduldigen Spielpartner – ein «ach, dann schau halt einfach auf den Bildschirm!»
Auch landschaftlich lässt der Park nichts zu wünschen übrig. Sogar wer bloss die Bustour macht, kann mit reinem «aus dem Fenster» schauen, wahnsinnig viel sehen: wie sich langsam das Licht verändert und so im Schatten gelegene Hänge auf dem Rückweg plötzlich in helles Licht getaucht sind. Wie sich der Teklanika River in vielen verästelten Armen seinen Weg durch das dunkle Kiesbett sucht. Wie Berge in verschiedensten Gelb-, Orange- und Ockertönen leuchten oder wie die Wiesen noch taunass in einem umso satteren Grün glänzen. Und auch wenn der Guide uns keine zu grossen Hoffnungen für den Denali gemacht hat, so blicken wir doch immer wieder in die Richtung, wo der Berg eigentlich sein sollte. Seine Prophezeiung bewahrheitet sich – heute bleibt uns die Sicht auf den Denali verwehrt. Doch auch ohne Blick auf den Denali war es ein eindrücklicher Morgen. Mehr Eindrücke vom Denali National Park findest du in dieser Galerie.
Der adrenalingeladene Tag beim Eisklettern auf dem Matanuska Glacier, der atemberaubende Flug um den Denali und auch die – etwas entspanntere und vielleicht weniger spektakuläre – Bustour durch den Nationalpark werden uns lange in Erinnerung bleiben. Wir würden alles sofort wieder machen. Unsere Zeit in Alaska neigt sich nach fünf Wochen nun langsam dem Ende zu. Wir machen uns auf den Weg nach Kanada, da wir noch einen «kurzen» Abstecher an den Arktischen Ozean machen möchten, bevor uns die kalten Temperaturen einholen. Dazu mehr im nächsten Blog.