#35: Ihr habt es ja soooo schöööön!


Über unseren 2,5-monatigen Roadtrip von Perth nach Darwin und weiter ins Rote Zentrum haben wir insgesamt 28 Bildergalerien mit unseren besten Fotos veröffentlicht. Wie oft haben wir das Feedback erhalten, dass «Westaustralien ja soooo schöööön sei und wir es ja soooo schöööön hätten». Natürlich: Westaustralien ist wunderschön! Die rauen – und manchmal fast bizarren – Landschaften sind äusserst beeindruckend, die Farben und Kontraste sind stark und intensiv, die Sonnenuntergänge sind unglaublich, das Land ist wild und exotisch. Wer sich nur die Bilder anschaut, gewinnt schnell den Eindruck, dies sei das Paradies.

In unseren bisherigen Reiseberichten zu Westaustralien (Blogeinträge #23 bis #34) haben wir neben den Beschreibungen dessen, was wir alles Schönes gesehen und erlebt haben, auch immer wieder einfliessen lassen, wenn etwas nicht nach Plan verlaufen ist, nicht geklappt hat oder uns genervt, gestört oder belastet hat. Denn wie im «echten Leben» ist auch auf einer Reise nicht immer alles eitel Sonnenschein. Diese Reiseetappe mussten wir uns härter erarbeiten als jede andere.

Im Folgenden möchten wir aufzeigen, warum eine Reise durch diesen Teil Australiens manchmal kein Zuckerschlecken und nicht einfach immer nur «wunderbar und wunderschön» ist. Es geht nicht darum, zu meckern oder zu klagen, sondern darum, ein realistisches Gesamtbild aufzuzeigen. Fotos sind nun mal Momentaufnahmen und zeigen bei Weitem nicht alles – beziehungsweise nur das, was man zeigen möchte. Gerade für diejenigen, die diesen Blogeintrag als Vorbereitung für ihre eigene Westaustralienreise lesen, möchten wir einen ehrlichen Eindruck vermitteln. Selbstverständlich handelt es sich dabei um unsere persönlichen Empfindungen und Erlebnisse. Vielleicht stören sich andere überhaupt nicht an den folgenden Dingen – oder sind dank dieses Eintrags besser auf die eine oder andere potenzielle Herausforderung vorbereitet. Umso besser :-)

 

Unendliche Weiten – unendliche Distanzen

Wir haben es im letzten Blogeintrag bereits versucht, die Distanzen ein wenig aufzuzeigen und in Relation zu setzen: Die Fahretappen sind unglaublich weit! Zwischen den Highlights gibt es indes wenig zu sehen. Oftmals fährt man stundenlang durch die Einöde. Wohin man auch blickt, man sieht nur trockenes, flaches Land und kleine Büsche. Über weite Strecken führen die Strassen schnurgeradeaus, Erhebungen in der Landschaft sind rar – höchstens steht hier und da einmal ein einzelner Baum.

Dass man sich tatsächlich vorwärtsbewegt, stellt man vor allem an der sinkenden Tanknadel und den Kilometer-Markern am Strassenrand fest. Die Fahrt ist monoton und ermüdend, und mit der Zeit fällt es schwer, die Konzentration aufrechtzuerhalten – auch wenn das Fahren grundsätzlich entspannter ist als in Europa, ganz ohne «verwirrende» Strassensituationen wie stockender Kolonnenverkehr, mehrspurige Ausfahrten oder Ampeln. Abgesehen von ein paar Rastplätzen sowie gelegentlichen Roadhouses (Raststätten mit Tankstelle, Shop, Restaurant, Toiletten und Übernachtungsmöglichkeiten) gibt es zwischen den Ortschaften kaum Infrastruktur.

Im Folgenden zwei Beispiele:

  • Karlu Karlu / Devils Marbles: von unsererm Campingplatz in Mataranka sind es knapp 700 km und rund 7 Stunden Fahrzeit bis zum Campingplatz bei den Devils Marbles (ein Parkplatz mit Plumpsklos). Wir kommen gegen 16:00 Uhr an und haben dann etwa 2,5 Stunden Zeit, bis es dunkel ist. Am nächsten Morgen geht die Sonne um kurz nach 7 Uhr auf. Wir verbringen nochmals 2 Stunden zwischen den vielen «Steinmurmeln». Innerhalb dieser beiden Zeitfenstern sind alle Fotos aus unserer Bildergalerie entstanden. Anschliessend machen wir uns auf den Weg ins mehr als 400 Kilometer entfernte Alice Springs, das wir nach über 4 Stunden Fahrzeit erreichen.

  • Karijini National Park: Von unserem letzten Aufenthaltsort Exmouth am Ningaloo Reef sind es rund 680 km und etwa 7,5 Stunden Fahrzeit bis zum Dales Gorge Campingplatz im Karijini National Park. Wir verbringen dort drei Nächte, was uns genügend Zeit lässt, den weitläufigen Park – auch innerhalb des Parks sind die Distanzen gross – in Ruhe zu erkunden und sogar einmal auszuschlafen. Das nächste Etappenziel ist Broome, rund 940 km und etwa 10 Fahrstunden entfernt. Diese Strecke ist an einem Tag kaum zu bewältigen, sofern man nicht nonstop fahren und zudem Fahrten in der Dämmerung vermeiden möchte. Wir planen deshalb nach knapp 600 Kilometern (und etwa 6 Fahrstunden) eine Übernachtung am wunderschön gelegenen Eighty Mile Beach Caravan Park ein.

Tipp: Vieles ist eine Frage der Einstellung. Stelle dich gedanklich auf lange Fahretappen ein und plane genügend Zeit an interessanten Orten und Sehenswürdigkeiten ein.

 

Ein paar Worte zu den Wetter- und Umgebungsbedingungen

Sowohl für Western Australia (WA) wie auch für das Top End und das Rote Zentrum im Northern Territory gelten die Monate April bis Oktober gemeinhin als beste Reisezeit. In dieser Periode herrscht Trockenzeit mit «angenehm kühlen Temperaturen und kaum Niederschlag». Wir geben hier eine kleine Übersetzungshilfe:

  • «angenehm kühle Temperaturen» für WA und Top Ende = für unsere Verhältnisse immer noch sehr heisse Temperaturen von etwa 25°C bis 35°C, dafür handelt es meist um eine trockene Hitze. Die Temperaturen bleiben auch nachts relativ hoch. In diesem Blog sind gehen wir noch ein wenig genauer auf die «angenehm kühlen» Temperaturen ein.

  • «angenehm kühle Temperaturen» für das Rote Zentrum = bezieht sich auf die Tagestemperaturen, die sich zwischen 20°C bis 25°C bewegen (in der Regenzeit kann das Thermometer hier problemlos auf über 40°C steigen). Nachts hingegen wird es kalt! Während unserer gesamten Zeit im Roten Zentrum (Juli) lagen die Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt. Das kann eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Frage «Hotel oder Camper/Zelt?» sein. Hier geht’s zum dazugehörigen Blog.

  • «kaum Niederschlag» = bedeutet in der Theorie, dass es in diesen Monaten praktisch nie regnen sollte. Wie überall auf der Welt spielt das Wetter jedoch zunehmend verrückt. So hatten auch wir das Pech, dass uns einige Wetterkapriolen einen gehörigen Strich durch mehrere Rechnungen machten. Ende Mai sorgten sehr starke Regenfälle (rund 100mm/m2) im nördlichen Western Australia sowie im Top End für Überschwemmungen. Strassen wurden geflutet und ausgewaschen, Flüsse führten stellenweise Wasserstände von bis zu zwei Metern. Highlights wie die beliebte Offroad-Strecke Gibb River Road oder die beiden Nationalparks Purnululu und Kakadu mussten vorübergehend ganz (Purnululu) oder teilweise (Kakadu) gesperrt werden. Wie stark unsere Reise von diesen ausserordentlichen Regenfällen beeinträchtigt wurde, kannst du in den folgenden beiden Blogs nachlesen: #31: Gibb River Road mit Startschwierigkeiten und #32: Umdisponieren im Reich der Krokodile.

Die hohen Temperaturen und das trockene Wetter kommen natürlich nicht von ungefähr: Das «Sünneli» scheint hier praktisch immer. Bewölkte Tage sind rar. Die Sonne «knallt» regelrecht herunter und ist gnadenlos – Basil musste sogar seine Uhr im Schatten halten, weil das Metallgehäuse sonst zu warm geworden wäre. Ein guter Sonnenschutz ist daher unabdingbar. Die vergleichsweise dünne Ozonschicht über Australien führt zu einer der weltweit intensivsten UV-Strahlungen. Dicke Schichten Sonnencrème sind somit an der Tagesordnung – was in Kombination mit der meist sandigen Umgebung zu einem schönen «Schnitzel-Effekt» führt… Immer schön paniert. Besonders «schön» finden wir es, wenn man abends nach einer wohltuenden Dusche (endlich die Sonnencrème-Schichten loswerden!) in seinen Badelatschen aus den Sanitäranlagen tritt und – keine drei Schritte weiter – bereits wieder dreckige und sandige Füsse hat, noch bevor man den Camper überhaupt erreicht.

Schatten sucht man indes meist vergebens. Der Camper steht daher oft in der prallen Sonne – Erleichterung gibt es erst mit dem Sonnenuntergang (wobei auch dann die Temperaturen häufig noch hoch sind). Je nach Ausstattung des Campers sind Hitze respektive der fehlende Schatten besser erträglich oder zumindest teilweise austricksbar: Eine Klimaanlage in der Wohnkabine sowie eine Markise (Sonnenstore) würden Abhilfe schaffen. Das «würde» sagt allerdings schon alles… Wir hatten weder das eine noch das andere.

Tipp: Informiere dich genau, was mit Begriffen wie «beste Reisezeit» oder «angenehm, kühle Temperaturen» im jeweiligen Kontext gemeint ist. Sie stehen immer in Relation zu den in der Region üblicherweise vorherrschenden Klima- und Wetterbedingungen.

 

Gepiesackt von Plagegeistern

Ein Novum für uns waren die vielen Fliegen, die einem tagsüber umschwirren und «belagern». Kaum ist man aus der Stadt raus und verlässt das Fahrzeug, stürzen sie sich auf einen – etwas, das wir so in Südostaustralien nicht erlebt haben. Mit der romantischen Vorstellung, sich nach einem erlebnisreichen Tag gemütlich draussen auf die Campingstühle zu setzen, wird daher häufig nichts. Auch auf Wanderungen hat man meist noch ein wenig «Extragepäck» in Form von Fliegen mit dabei. Immerhin sind sie lediglich lästig und stechen nicht.

Glücklicherweise hatten wir ja in unserem ersten Camper – im Gegensatz zu den meisten anderen Offroadfahrzeugen – die Möglichkeit, im Innern zu kochen. Wir waren sehr geübt darin, möglichst schnell aus dem Auto zu steigen, sofort die Autotüren zuzuschlagen, dann nur ganz kurz die Kabinentüre zu öffnen, rasch reinzuschlüpfen und die Fliegengittertür wieder zuzuknallen. Natürlich gibt es immer das ein oder andere Biest, das es doch noch ins Camperinnere schafft, aber dafür haben wir ja noch die Fliegenklatsche. Pünktlich zu Sonnenuntergang verschwinden die lästigen Fliegen. Die «Nachtschicht» übernehmen dafür relativ nahtlos Moskitos, Motten und Falter. Die Fenster unseres Campers waren mit Fliegengittern ausgestattet, die tatsächlich sehr effektiv gegen Fliegen sind. Wie es nach Sonnenuntergang jedoch all die aberdutzenden Motten und Falter immer irgendwie in den Camper geschafft haben, ist uns bis heute schleierhaft geblieben. Wir konnten die undichten Stellen schlicht nicht ausfindig machen. Wir versuchten mit Sprays und Fliegenklatschen gegen sie anzukommen – die Wirkung war allerdings jeweils nur von kurzer Dauer. Zudem mussten wir aufpassen, dass wir uns nicht selbst vergiften, denn die Sprays sind ja bekanntlich alles andere als gesund. Die Fliegenklatsche sorgte zwar kurzzeitig ebenfalls für etwas Erleichterung, doch schon bald fiel die nächste Truppe ein. Das blutige Massaker an Wänden und Decke war ebenfalls kein besonders angenehmer Nebeneffekt. Die Fenster komplett geschlossen zu lassen war keine Option (wir möchten daran erinnern, dass wir keine Klimaanlage hatten…) und sämtliche Lichtquellen auszumachen stellte ebenfalls keine Alternative dar. Da es bereits gegen 18 Uhr dunkel wurde, wären es sonst sehr lange Abende in völliger Dunkelheit geworden – wir haben es natürlich ausprobiert, aber sogar die kleinen Handydisplays reichten aus, um die Viecher in den Camper zu locken. Zum grossen Glück gab es nicht überall Fliegen, doch irgendwann wurde es uns einfach zu blöd. Da uns auch in der Werkstatt in Broome niemand helfen konnte, kauften wir kurzerhand ein grosses Moskitonetz und Klebeband und klebten damit alle Fenster, Lüftungsritzen, usw. ab. Nicht sonderlich praktisch, aber immerhin effektiv!

In den beiden Blogeinträgen #26: Zauberhafte Shark Bay und #30: Eindrückliche Schluchten, eine grüne Oase & Reparaturarbeiten haben wir uns bereits mit dieser «Problematik» auseinandergesetzt.

Tipp: Sei gewappnet – Fliegenklatschen, Moskitosprays, Fliegennetze, Sonnenbrillen, lange Kleidung! Wehre dich mit allen Mitteln (und lass dir die Laune nicht verderben)!

Unterwegs im Land der giftigen Tiere

Wir sind beide weit davon entfernt, Spinnen- oder Schlangenphobiker zu sein – trotzdem gehören Begegnungen mit diesen Tieren nicht unbedingt zu den Erlebnissen, die wir uns herbeisehnen. So ganz unbeschwert sind wir «im Land der giftigen und gefährlichen Tiere» nie. Eine gewisse Vorsicht – oder besser gesagt: ein ständiges Bewusstsein – ist praktisch immer und überall angebracht (das finden zumindest wir als «Touristen», die Aussies nehmen das in vielen Fällen etwas lockerer). Schaue, wo du hintrittst und -greifst, trage geschlossene Schuhe, sei aufmerksam und beachte immer die Warnschilder in Wassernähe (Krokodile, Haie, Quallen)! Gerade in den sozialen Medien wird häufig der Eindruck vermittelt, dass in jeder Ecke eine Spinne hängt und hinter jedem Stein eine Schlange lauert. Dann wiederum gibt es Personen, die einem weismachen möchten, man begegne solchen Tieren praktisch nie, da sie sich ja immer schon weit im Voraus aus dem Staub machten. Beide Extreme stimmen so nicht! Wir hatten sowohl Schlangen- wie auch Spinnenbegegnungen, eine davon hätte durchaus ungünstig enden können. Die dazugehörigen Geschichten findest du im Blogeintrag #29: Michelles Rendez-vous mit einer Schlange sowie #33: Ein weiter Weg ins Rote Zentrum (Spinnen). Im diesem Blogeintrag zu Südostaustralien haben wir uns auch noch ein wenig der Schlangenthematik gewidmet.

An Land sind die Schlangen und Spinnen sicherlich die beiden Tierarten, vor denen wir den grössten Respekt haben – auch wenn die meisten durch Landtiere verursachten Todesfälle tatsächlich auf Rinder und Pferde zurückzuführen sind. In Australien gibt es ja aber auch noch ganz viel Küste und Meer… Doch wer jetzt denkt, im Wasser wird man zumindest vor Schlangen verschont, der irrt sich. Es gibt – natürlich – auch giftige Wasserschlangen (Seeschlangen). Auf einem «Schlangen-Poster» in einem Besucherzentrum haben wir gelesen, dass diese sehr neugierig seien und gerne mal «nahe rankommen». Jetzt haben wir das nochmals kurz gegoogelt (ist ja schon eine Weile her, seit wir das gelesen haben…), um uns zu vergewissern, ob das auch wirklich stimmt. KI sagt uns: «Wasserschlangen, insbesondere Seeschlangen, sind bekannt dafür, sich neuen Objekten wie Tauchern zu nähern, um diese zu untersuchen. Männliche Seeschlangen verwechseln Taucher oft mit Weibchen, da sie unter Wasser schlechter sehen können und Pheromone nicht wahrnehmen; ihre Annäherung ist daher oft ein fehlgeleiteter Paarungsversuch. Wie bei Landtieren gibt es auch bei Wasserschlangen individuelle Unterschiede; manche sind von Natur aus neugieriger und toleranter als andere. […] was zu scheinbar aggressiven Annäherungen führt – sie sind jedoch meist harmlos, solange man ruhig bleibt, aber ihre Bisse sind hochgiftig.» Nachdem sie das gelesen hat, kriegt Michelle sogar hier in der Schweiz fast wieder ein wenig die Krise! Nein, also man stelle sich das mal vor… Ach du meine Güte, igitt! Aber das ist ja alles kein Problem, denn solange man ruhigbleibt, sind sie ja «meist harmlos». Wir möchten mal einen Taucher sehen, der von einer paarungswilligen Seeschlange angebaggert wird, und da noch ruhig bleiben kann. 

Hoppla, der Abschnitt zu den Schlangen ist jetzt doch länger geworden als angedacht. Das bedeutet wohl, dass uns diese Thematik doch ziemlich beschäftigt hat :-) Nun wollen wir aber auch noch anderen Tieren einen Platz in diesem Bericht einräumen. Kommen wir also zu den Meerestieren… 

Da wüssten wir jetzt nicht einmal genau, welche Tierart einem wohl als Erstes in den Sinn kommt, wenn man an (potenziell) gefährliche Meerestiere in Australien denkt. Haie, die doch immer mal wieder eine/n Surfer/in zwischen die Zähnchen kriegen? Oder Würfelquallen, die zu den giftigsten Tieren der Welt zählen und deren Gift bei Kontakt innerhalb weniger Minuten zu Herzstillstand, Atemnot und Tod führen kann? Oder vielleicht doch Salzwasserkrokodile, die – entgegen ihrem Namen – nicht nur im Salz-, sondern auch in Süsswasser vorkommen und gut getarnt knapp unter der Wasseroberfläche «lauern»? Wer macht das Rennen? Eine schwierige Frage… Klar ist in jedem Fall, dass Warnschilder IMMER ernst genommen und beachtet werden sollen. Im Zweifelsfall lieber einmal weniger ins Wasser (oder bei Krokodilen: in Wassernähe) gehen und dafür unversehrt bleiben. 

Nebst diesen bekannten Tierarten gibt es in Australien natürlich noch weitere «nette» Tierchen. Wir möchten an dieser Stelle als Letztes noch auf den Steinfisch eingehen. Hierbei handelt es sich nicht um irgendeinen Fisch, sondern – wie könnte es anders sein – um den giftigsten Fisch der Welt. Hässlich wie sonst was, hält er sich vorzugsweise in seichtem Wasser auf, oft in Ufernähe im Sand eingegraben, und wartet dort gut getarnt (als Stein…) auf Beute. Um sich vor Feinden zu schützen, verfügt er auf dem Rücken über extrem scharfe Stacheln, die mit einem extrem starken Nervengift versehen sind. Wehe dem, der nichtsahnend an einem schönen hai-, quallen- und kroki-freiem Strand ein bisschen baden gehen möchte und versehentlich auf so ein Vieh tritt! Nicht lustig! Wie auch bei anderen giftigen Tieren sind Todesfälle dank Präventionsmassnahmen, Gegengiften und intensivmedizinischer Versorgung mittlerweile äusserst selten geworden. Es wird deshalb empfohlen, Badeschuhe mit dicker Sohle zu tragen und sich ausserdem nur «schlurfend» fortzubewegen, um ein drauftreten zu vermeiden. Die Liste mit weiteren «lustigen» Tieren liesse sich problemlos fortsetzen – doch irgendwann ist auch mal genug.

Tipp: Warntafeln beachten, Vorsicht und gesunden Menschenverstand walten lassen sowie Bescheid wissen, was im Notfall zu tun ist. Hab dennoch keine Angst – die Chance, dass tatsächlich etwas passiert, ist wirklich gering!

Es gibt sie auch in Australien: ungefährliche und ungiftige Tiere! Halleluja! Zum Abschluss dieses Kapitels findest du hier den Link zur Tiergalerie.

Wohnen auf wenigen Quadratmetern

Dieses Kapitel gilt zwar nicht spezifisch für Westaustralien. Dennoch möchten wir es hier aufnehmen, da es in Kombination mit den übrigen Faktoren (weite Distanzen, Wetterverhältnisse & Umweltbedingungen sowie tierische Begegnungen) sehr wohl seinen Teil zu etwaigen Herausforderungen beiträgt. 

Mit unserer Wohnkabine waren wir verhältnismässig luxuriös unterwegs, denn die meisten 4x4-Fahrzeuge in Australien sind eher «leicht und wendig» konzipiert und mit einem Aufstelldach, einer Aussenküche und ohne Toilette ausgestattet. Den Komfort eines vor Sonne und – und zumindest theoretisch auch vor Insekten –geschützten Rückzugsorts haben wir sehr geschätzt. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass wir in diesem Jahr rund neun Monate im Camper gelebt haben und die Platzverhältnisse dabei stets relativ beengt waren. Mit einer überlegten und sinnvollen Platznutzung kommt man allerdings auch mit wenig Platz gut zurecht. In unserem Camper, den wir für 7 Wochen von Perth nach Darwin gemietet hatten, war hingegen einiges nicht gut durchdacht, anderes stellte schlicht einen Kompromiss dar, um trotz Wohnkabine noch einigermassen offroadtauglich zu bleiben.

Mehr über unsere beiden Camper findest du zudem in den beiden Blogeinträgen #24: Unser neues Zuhause für die nächste Etappe und #33: Ein weiter Weg ins Rote Zentrum.

Tipp: Mach dir im Voraus Gedanken, welche Kriterien für dich für eine gelungene Campingreise relevant sind. Auf wie viel Komfort kannst du verzichten und welche Dinge sind dir besonders wichtig?

Da kommen schon ein paar Dinge zusammen, die dir früher oder später auf den Senkel gehen :-)

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#36: Ein paar Zahlen und Fakten zu unserem Westaustralien-Aufenthalt

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#34: Highlights im Roten Zentrum